Integrationsklassen und Integrationsvorlehre an der BFO

Für fremdsprachige Lernende, welche erst kurze Zeit in der Schweiz leben, ist es eine Herausforderung, sich in sprachlicher, kultureller und sozialer Hinsicht im neuen Umfeld zu orientieren. Das Brückenangebot der BFO unterstützt diese Jugendlichen beim Erlernen der Landessprache, beim Kennenlernen landesüblicher Lebensbedingungen, beim Reflektieren und Wertschätzen der eigenen kulturellen Wurzeln und bei der Berufsorientierung.

Zeichnung eines Lernenden (Integratiosnklasse 2013/14)
Zeichnung eines Lernenden (Integratiosnklasse 2013/14)
 

Integrationsklassen - ein bewährtes Konzept an der BFO

Die BFO führt an ihrem Standort Visp im Auftrag des Kantons Wallis zwei deutschsprachige Integrationsklassen für jugendliche Migrantinnen und Migranten. Dieses Brückenangebot richtet sich an Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren, welche die obligatorische Schulpflicht zwar erfüllt haben, aber dennoch nur ungenügende Kenntnisse der deutschen Sprache aufweisen. Die Lernenden der ersten Klasse besuchen die Schule während drei Tagen, diejenigen der zweiten Klasse an zwei Tagen.

Im ersten Jahr der Integrationsklasse liegt der Fokus vor allem auf dem Aneignen des schulischen Grundlagenwissens, der Sprachkompetenz und in der Förderung der Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen. Der Erwerb der Landessprache als Zweitsprache erfolgt durch konventionellen Sprachunterricht. Weiter steht die Allgemeinbildung im Zentrum.

Der Unterricht im zweiten Jahr ist ausgerichtet auf die Anforderungen der Berufswelt. Aus diesem Grund wird der Bezug zur Arbeitswelt gezielt gefördert. Die Lernenden sollen sich in der Schweiz und in unserer Berufswelt orientieren können. Es werden erste Erfahrungen in der Arbeitswelt und der Berufspraxis gemacht. Dabei steht die zielgerichtete Berufsorientierung und der Berufseinstieg im Zentrum. Hierfür stehen die schulfreien Tage zur Verfügung. Hauptsächlich verfolgen die Integrationsklassen das Ziel, den Lernenden durch verbesserte Sprachkompetenz einen Anschluss an reguläre Bildungsgänge (EBA, EFZ) oder zu geregelten Praktika zu erleichtern.

 

Die Integrationsvorlehre als Ergänzungsangebot

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) bietet ein vierjähriges Pilotprogramm, das die Erwerbs- und Bildungsintegration von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen nachhaltig verbessern soll. Mit der Integrationsvorlehre sollen diese Personen gezielt auf eine Berufslehre vorbereitet werden. Die Teilnehmenden können in einem Berufsfeld praktische Kompetenzen aufbauen und erlangen im schulischen Bereich berufsfeldbezogenes Grundlagenwissen. Durch die Erweiterung der individuellen Handlungsfähigkeit soll das Entwickeln eines passenden Berufszieles, das Realisieren der notwendigen Schritte bis hin zum angestrebten Berufseinstieg unterstützt werden. Dabei soll möglichst auf den Vorerfahrungen und Kenntnissen der Teilnehmenden aufgebaut werden. Wer eine Integrationsvorlehre macht, besucht während drei Tagen die Berufsfachschule und arbeitet zwei Tage in einem Betrieb mit, um so die grundlegenden Tätigkeiten zu erlernen.

Die Berufsfachschule Oberwallis rekrutiert zusammen mit der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung Oberwallis geeignete Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Für die eigentlichen Vorlehrstellen in den Betrieben zeigen sich die entsprechenden Fachstellen der Empfangsstelle für Asylbewerbende bzw. des Roten Kreuzes verantwortlich und suchen das Gespräch mit weiteren interessierten Betrieben. Für den Betriebseinsatz während der Integrationsvorlehre benötigen die anerkannten Flüchtlinge und vorläufig aufgenommenen Personen eine Arbeitsbewilligung. Dieses Pilotprogramm soll die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt und die finanzielle Unabhängigkeit langfristig ermöglichen.

Weitere Auskünfte über dieses Angebot sowie über das Anmeldeverfahren erteilt die Berufsfachschule Oberwallis in Visp: 027 606 08 00

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